Lektoren, bitte!
Ich bin ja seit einiger Zeit als Videojournalist tätig. Und weil ich immer noch an das Buch in seiner Analogform glaube, habe ich mir kürzlich das Buch “Videojournalismus” von Sabine Streich besorgt.
Inhaltlich, da bin ich mit dem Buch eigentlich recht zufrieden. Allerdings bin ich jemand, den Rechtschreib-, Grammatik und Formatierungsfehler geradezu anspringen. Das war auch einer der Gründe, weshalb ich mein taz-Probeabo vor ein paar Jahren nicht verlängert habe.
Ich kann eine Publikation beim besten Willen nicht ernst nehmen, wenn ich das Gefühl habe, dass der Autor sein wichtigstes Werkzeug, die Sprache, nicht im Griff hat. Ab und zu ein Tippfehler, das kommt vor. Aber wenn ich in jedem zweiten Absatz an einem hängen bleibe – wie soll ich glauben, dass wenigstens die Fakten korrekt sind?
Und genau das ist auch das Problem in Sabine Streichs “Videojournalismus”. Dieses Buch beeindruckt mit einer ungewöhnlich hohe Dichte an offensichtlichen Grammatik- und Rechtschreibfehlern.
Eine kleine Kostprobe:
Sie misslingen leicht und lassen das Material wirken amateurhaft.
VJs folgen dem Leben uns gestalteen es nicht um.
Stattdessen soltte, die Person, über die Sie einen Film machen (…)
(…) ob man an einem PC oder Applearbeitet.
Bei Final Cut von Appel (…)
(…) was man ihm sag,t und dann stürzt er auch noch dauernd ab.
(…) und das er nur in Nullen und Einsen denkt.
(…) will man Fakten, d.h. beispielsweise Namen und Beruf wissenreine Informationen wissen.
Finden Sie ein Problem, (…) eine innere Motivatio!
Wie gesagt, dass ist nur eine kleine Auswahl, diese Liste ließe sich ohne Probleme um ein Vielfaches erweitern.
Aber auch die mathematischen Fähigkeiten der Verfasserin bzw. der Lektoren sind noch ausbaufähig:
Wenn Sie 5 sauber von einander (sic!) abgesetzte Einstellungen einer Tätigkeit drehen, haben Sie später 5x4x3x2x1=1.320 Möglichkeiten, die Einstellungen miteinander zu kombinieren.
Auch wenn ich ahne, dass die meisten Fehler mehr auf Flüchtigkeit als auf tatsächlicher Unwissenheit beruhen: Das Vertrauen ist fürs erste dahin.
Mein Tipp: Beim nächsten Mal das Skript rechtzeitig abgeben, dann bleibt den Lektoren noch Zeit, die gröbsten Patzer zu korrigieren.







