Werben will gelernt sein

Google-Anzeigen sind ja schon was Feines. Der Redakteur schreibt seinen Artikel, gibt ein paar Schlagwörter an (sofern diese nicht sogar automatisch erfasst werden), und Google wählt die Anzeigen selbstständig aus. Vorbei die Zeiten, als Redaktionen noch selber auf Akquise direkt beim Kunden gehen mussten.
Manchmal wäre es aber trotzdem ganz geschickt, wenn die Redaktion doch noch mal einen kleinen Blick drauf wirft, was der Internet-Gigant ihnen da in die Artikel pflanzt. Weiterlesen »

Lektoren, bitte!

Sehr geehrtes Lektorat,
als Freier Videojournalist habe ich mir kürzlich das Buch “Videojournalismus” von Sabine Streich zugelegt. Inhaltlich bin ich mit damit zufrieden und konnte einiges Interessantes dazulernen.
Dennoch habe ich ein Problem mit dem Buch: Die ungewöhnlich hohe Dichte an offensichtlichen Grammatik- und Rechtschreibfehlern macht es mir unmöglich, die Lektüre tatsächlich zu genießen.
Einige Beispiele:
“Sie misslingen leicht und lassen das Material wirken amateurhaft.”
“VJs folgen dem Leben uns gestalteen es nicht um.”
Stattdessen soltte, die Person, über die Sie einen Film machen (…)” (alle Seite 29)
“(…) ob man an einem PC oder Applearbeitet.” (Seite 36)
“Bei Final Cut von Appel (…)” (Seite 40)
“(…) was man ihm sag,t und dann stürzt er auch noch dauernd ab.”
“(…) und das er nur Nullen und Einsen denkt.” (beide Seite 43)
“(…) will man Fakten (…) wissenreine Informationen wissen.” (Seite 48)
“Viele VJ finden mehr und mehr Gefallen (…)” (Seite 49)
“Finden Sie ein Problem, (…) eine innere Motivatio!” (Seite 51)
usw…
Auch folgende Rechnung bedarf einer Überprüfung: 5×4x3×2x1=1.320 (Seite 21)
Vielleicht haben Sie alle oder einige dieser Fehler schon gefunden und korrigiert. In diesem Fall betrachten Sie meine Nachricht als gegenstandslos.
Andernfalls hoffe ich, dass ich ein wenig zu einer fehlerfreieren Neuauflage des Buches beitragen konnte.
Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Fleischer

Ich bin ja seit einiger Zeit als Videojournalist tätig. Und weil ich immer noch an das Buch in seiner Analogform glaube, habe ich mir kürzlich das Buch “Videojournalismus” von Sabine Streich besorgt.

Inhaltlich, da bin ich mit dem Buch eigentlich recht zufrieden. Allerdings bin ich jemand, den Rechtschreib-, Grammatik und Formatierungsfehler geradezu anspringen. Das war auch einer der Gründe, weshalb ich mein taz-Probeabo vor ein paar Jahren nicht verlängert habe.
Ich kann eine Publikation beim besten Willen nicht ernst nehmen, wenn ich das Gefühl habe, dass der Autor sein wichtigstes Werkzeug, die Sprache, nicht im Griff hat. Ab und zu ein Tippfehler, das kommt vor. Aber wenn ich in jedem zweiten Absatz an einem hängen bleibe – wie soll ich glauben, dass wenigstens die Fakten korrekt sind? Weiterlesen »

Russisches Ufo beamt Aliens nach Norwegen

Nach all den Aliensichtungen der letzten Zeit, und nachdem sogar schon Kühe in Ufos gebeamt wurden, haben die Ufo-Fachleute von der Bildzeitung gestern schon wieder ein hochauflösendes Video gefunden:


Screenshot: Bild.de

Und gleich haben sich die Kollegen gefragt, was das wohl sein könnte. Haben Sie eine Idee?
Die Mannschaft aus der Science-Fiction-Redaktion von bild.de hat schon ein paar Ideen: Weiterlesen »

Diekmanns kleine Welt

Sicher kennen Sie diese unausstehlichen Typen. Man trifft sie auf Partys, in der Bar oder im Bus. Sie haben alles schon gesehen, alles schon gemacht und sind dazu noch unglaublich witzig. Sie sind der Mittelpunkt ihres kleinen Universums. Nichts scheint ihnen peinlich zu sein.

Fast nichts. Einer, der selbst diesen Menschen peinlich sein dürfte, hat jetzt eine neue Möglichkeit entdeckt, sich der Welt in all seiner Selbstverliebtheit mitzuteilen. Seit etwas mehr als zwei Wochen bloggt BILD-Chef Kai Diekmann. Und das in einer Selbstgefälligkeit, die ihresgleichen sucht. Weiterlesen »

Obama golft wie Happy Gilmore

Das Konfliktpotential dieser Geschichte ist eher gering: Offensichtlich hat Barack Obama am Wochenende zum ersten Mal seit seiner Ernennung zum Präsidenten mit einer Frau Golf gespielt.
Deshalb ist durchaus erstaunlich, was das konservative Vote Blog daraus macht:


Screenshot: Google News

President Obama (not pictured) and chief domestic policy advisor Melody Barnes (not pictured) went golfing today. Barnes is the first female to join Obama on the golf course since he became president.

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In eigener Sache

Ein bisschen Werbung in eigener Sache: Fuer suedeutsche.de war ich auf dem Bridge Day in West Virginia.

Bridge Day

Es war das erste Mal, dass ich von einem Termin sowohl Video, als auch Fotos und Text liefern musste. Definitiv eine Herausforderung. Und ich weiß nicht recht ob ich die  Entwicklung zur Crossmedia-Wollmilchsau wirklich begrüßen soll. Mit ein wenig Übung wird es sicher leichter, die Orientierung vor Ort – Welches Bild fotografieren, welches lieber filmen? – und beim Bearbeiten – Welches Zitat ins Video, welches lieber in den Text? – zu behalten.

Fraglich allerdings, ob sich im Internet so auf Dauer Qualitätsstandards definieren lassen, die diesen Ausdruck auch tatsächlich verdient haben.

PS: Ich bitte um Verzeihung für alle fehlenden Umlaute. Die sind in den USA nicht ganz leicht zu finden.

Nachtrag: Umlaute hinzugefügt.

Bye-bye, Pixel-Sex

Markus “Herm” Herrman, momentane Urlaubsvertretung für Medienblogger Stefan Niggemeier, widmet sich in seinem aktuellen Beitrag der Zerstörungskraft des Internets: 10 Dinge die durch das Internet getötet wurden oder auf dem Weg dorthin sind.

Auch wenn sich das jetzt auf den ersten Satz vielleicht grausam oder zumindest bedauernswert anhören mag – manchen Dingen kann man so recht gar nicht hinterher weinen. Zum Beispiel dem Videotext (ausgenommen mal die Programmvorschau, meistens).

Oder habt ihr euch jemals gefragt, wer eigentlich versucht, nackte Frauen aus wenigen Bildpunkten zu kreieren, welche potentielle Kundschaft derart erregen sollen, dass sie tatsächlich bei einer Telefonsex-Hotline anrufen.
(…)
Und noch so eine Frage, die sich mir bis Heute noch nicht erschlossen hat: Wer ruft eigentlich bei Videotext-Telefonvotings an und stimmt (bei einem Preis von 49 Cent pro Anruf) für „Mir egal”?

Fragen, die sich unweigerlich aufdrängen.

Hinzuzufügen wäre vielleicht noch, dass es offensichtlich auch mit jeglicher Diskussions-Kultur dem Ende entgegen geht.

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Screenshot: Youtube

Rassismus gegen Langeweile

Wie langweilig wäre es in Amerika, wenn Barack Obama nicht Barack Obama wäre, sondern George W. Bush? Wie langweilig wäre es, wenn sich das amerikanische Volk wieder so einig wäre in seiner Ablehnung ihres Präsidenten?
Und wie langweilig wäre es dann erst den Journalisten?

Aber zum Glück ist Barack Obama ja Barack Obama, zum Glück sind sich die Amerikaner absolut uneins, was die Beurteilung seines Handelns angeht.

Und so braucht es also gar kein Sommerloch, sondern nur einen empörten Aufschrei der NAACP, um eine herrlich irre Diskussion über Rassismus vom Zaun zu brechen: Weiterlesen »

Déjà vu

Es ist wieder so weit:

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Screenshot Google News

Patrick Swayze ist tot – sagen US-Medien.
Schon wieder.

Nachtrag: Diesmal scheint’s aber zu stimmen.

CNN schießt daneben – so richtig

So sah es heute morgen (amerikanischer Zeit) beim Fernsehsender CNN aus:

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Küstenwache feuert 10 Schuss auf ein Boot auf dem Potomac River

cnn02

VERDÄCHTIGES SCHIFF IN DC
Küstenwache schießt auf Boot auf dem Potomac River

Screenshots YouTube (2)

Hier gibt’s das passende Video. Weiterlesen »